Blackbox Schule
03. März 2011 1 KommentarOberschule, IGS, HRS, Gymnasium, KGS: alles Begriffe und Wundertüten, zu denen am vergangenen Mittwochabend Eltern, Fachleute und Politiker in Grasberg diskutiert haben. Auf dem Programm standen die Schulsituation im Landkreis Osterholz, insbesondere natürlich die nebulöse Situation für die Schüler, Eltern und Lehrer im Ostkreis, und die undurchsichtige Landesschulpolitik.
Heike Schumacher (Fachdezernentin des Landkreises) und Ralf Borngräber (Mitglied des Niedersächsischen Landtages, Kultusausschuss) sind gerne der Einladung der Kreis-SPD Osterholz und der Arbeitsgemeinschaft für Bildung gefolgt…
und haben gemeinsam mit Christina Jantz (stellv. Vorsitzende des Kreisvorstandes der SPD Osterholz) und Elke Schnakenberg (Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für Bildung) Eltern, Fachleute und Politiker informiert und anschließend mit ihnen diskutiert.
Was kommt auf uns, auf unsere Kinder zu ? Diese Frage konnte mit Blick auf den Gesetzesentwurf zum neuen Schulgesetz leider nicht beantwortet werden und dabei drängt die Zeit. Insbesondere bei Schülerinnen und Schülern der 4. Klassen müssen sich die Eltern Gedanken machen, wie es mit ihren Kindern nach den Sommerferien weitergeht.
Frau Schumacher schilderte anschaulich die Situation im Landkreis und legte dabei ihr besonderes Augenmerk auf die Situation im Ostkreis. Auf verlässliche Vorgaben seitens des Landes kann sie hierbei nicht zurückgreifen. Der Landkreis wird mit der Problematik weitestgehend allein gelassen und muss die Blackbox für sich füllen.
Aber, und da sind sich alle Teilnehmer einig, kann dieses Befüllen nur mit einem Schulterschluss, gemeinsam mit den Eltern, den Schülern, den Lehrern und den Kommunen gehen. Aus diesem Grund befasst sich der Kreistag voraussichtlich im März grundsätzlich mit der Thematik. Im Anschluss werden alle Eltern, Schüler und Lehrkräfte im Ostkreis seitens des Landkreises über die Möglichkeiten und Voraussetzungen auf Informationsveranstaltungen und Elternabenden informiert, bevor die Eltern ihre Wunschschulform in einer Befragung angeben können.
Durch das Dickicht der Begrifflichkeiten, Bestimmungen, Vorgaben und Absichten hat Ralf Borngräber die Teilnehmer kompetent geführt: Oberschule Typ 1, also eine Light-Form der Oberschule, Oberschule Typ 2 - eine Oberschule mit „Schuss“ (angebundener gymnasialer Zweig), und was verbirgt sich grundsätzlich hinter der Schulform Oberschule ? In Niedersachsen z.B. etwas ganz anderes als im Nachbarland Bremen, dort stellt die Oberschule eine Gesamtschule dar. Welche Voraussetzungen müssen wir erfüllen, um eine Integrative Gesamtschule einrichten zu können ? All diese Fragen wurden thematisiert und beantwortet.
An den Diskussionsbeiträgen wurde deutlich: Schule bewegt. Nur die Integration zu thematisieren greift vielen zu kurz. Wir müssen und wollen uns auch der Inklusion, der Thematik verlässliche und gebundene Ganztagsschule und dem jahrgangsübergreifenden Lernen widmen.
Im Ergebnis waren sich die Teilnehmer einig: Wir müssen uns gemeinsam und unter Beteiligung der Eltern, Schüler und Lehrkräfte auf den Weg machen, selbst kreative Lösungen entwickeln und diese Schritt für Schritt umsetzen. Frau Schumacher als Fachdezernentin und den Kreistagspolitikern geben die Teilnehmer ein klares Votum pro Integrierte Gesamtschule mit auf den Weg !
1 Kommentar zu Blackbox Schule
Petra Böttjer
1am 09. März 2011 um 22:22 Uhr
Ich finde es ungeheuerlich, auf Kosten der Worpsweder Schule, eine IGS in Lilienthal mit Zweigstelle in Grasberg zu errichten, zumahl die Grasberger auch lieber mit Worpswede kooperieren würden.
Lilienthal hat schon seit langem das einzige Gymnasium im Ostkreis. Grasberger und Worpsweder Schüler müssen dorthin. Warum können nicht Lilienthaler Schüler umgekehrt zur Schule nach Grasberg oder Worpswede fahren, wenn sie das Gymnasium nicht besuchen wollen.
Worpswede und Grasberg haben bereits jahrzehnte im Schulverbund gemeinsame Schulen gehabt, was sehr gut funktioniert hat.
Lilienthal hat sich nie um Grasberg oder Worpswde gekümmert, da brauchen sie jetzt nicht damit anfangen.
Sollen sie doch alleine
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